»Viele bringen Judenhass mit, der in ihren Heimatländern gepredigt wird.«

Friedrich Merz, Foto: Mörk, Wikicommons, CC BY 3.0 de

CDU zuckt vor der Wahrheit zurück

Moslemischer Antisemitismus gehört mittlerweile zu Deutschland. Doch wer darauf verweist, erntet in der Regel heftige Kritik. Das mussten zwei Politiker der CDU in den vergangenen Tagen erfahren.

Zunächst hatte der Youngster der Christdemokraten, Philipp Amthor, auf den moslemischen Antisemitismus verwiesen, als er am Montag im Zusammenhang mit dem Gedenken an Auschwitz bemerkte: »Klar ist auch, das darf man nicht vergessen, dass Antisemitismus natürlich vor allem in muslimisch geprägten Kulturkreisen besonders stark vertreten ist.«

Unterstützt wurde er von Friedrich Merz, dessen Team auf Twitter schrieb: »Viele bringen Judenhass mit, der in ihren Heimatländern gepredigt wird. Auch dafür darf es keine Toleranz geben.« Eine klare Ansage, bei der allenfalls wundert, dass sie es erst jetzt in die Medien schafft. Angriffe auf Juden durch moslemische Migranten gab es in den letzten Monaten eigentlich ja genug.

Reflexartig meldeten sich die üblichen Protagonisten und Parteien zu Wort. Allen voran Sawsan Chebli, SPD-Politikerin mit arabischen Wurzeln. Sie meinte, laut Welt, auch ihr mache der wachsende Judenhass Sorge. »Vielleicht sogar mehr als Ihnen, Herr Merz.« Eine Aussage, die wenig überzeugt, denn schon im nächsten Satz geht die den Christdemokraten an: »Sie sollten sich schämen, den Tag der Befreiung von Auschwitz zu instrumentalisieren, um gegen Migranten zu hetzen.« Seit wann sind Hinweise auf moslemischen Antisemitismus Hetze, Frau Chebli?

Noch weniger überzeugt es, wenn Mitglieder aus der Ex-PDS es mit Empörung versuchen. »Ausgerechnet am Gedenktag für den bürokratisierten, industrialisierten Massenmord Nazi-Deutschlands an sechs Millionen Juden auf so eine Idee zu kommen«, meinte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, »das zeigt das ganze Ausmaß des Problems in diesem Land.« Welches Problem er genau meinte, verriet der Sprecher zwar nicht. Aber sicher war weder der Antisemitismus unter Moslem noch der in der Linken gemeint.

Die Grünen, in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder durch ihre Nähe zu diversen moslemischen Terrorgruppen aufgefallen, beschränkten sich darauf, Amthors Worte zu verbiegen. Als »deutscher Abgeordneter am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz bei allem rechtsextremistischen Antisemitismus heute – inklusive dem Anschlag von Halle – Antisemitismus vor allem als ‚muslimisch‘ zu verorten irritiert massiv.« Dabei hatte Amthor überhaupt nicht von »vor allem« moslemischem Antisemitismus gesprochen.

Der so kritisierte ruderte trotzdem eilig zurück. Er habe nur auf Veränderungen in den letzten Jahren hinweisen wollen. »Das ist kein Generalverdacht gegen Muslime«, sagte er brav.