USA: Merkel gilt plötzlich als Versagerin

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Meinungsumschwung in den Vereinigten Staaten

Noch bis vor kurzem galt Angela Merkel in den Vereinigten Staaten als große deutsche Kanzlerin. Sie flanierte in Harward und hielt gefeierte Reden gegen den damaligen Präsidenten Donald Trump. Sie war die Heldin der links-liberalen Medien.

Doch damit ist es vorbei. Aus der Bewunderung für »analytischen, nicht emotionalen und vorsichtigen Führungsstil« ist blankes Entsetzen über das umfassende Versagen der Bundesregierung geworden; aus der »Merkel in Höchstform« eine Kanzlerin des Versagens in allen Bereichen.

US-Präsident Joe Biden wurde am Donnerstag undiplomatisch deutlich: Nachdem die USA die Marke von 100 Millionen Impfungen dank der Vorarbeiten von Ex-Präsident Trump überschritten haben, appellierte an seine Landsleute: »Bitte, bitte, lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert, wie Sie es im Fernsehen sehen.« Biden nannte Merkel zwar nicht namentlich – aber das kann schlicht daran liegen, dass Biden den Namen der deutschen Kanzlerin vergessen hat.

Dass die US-Regierung das vor einem Jahr noch geschmähte Einreiseverbot für EU-Bürger aufrecht erhält, gehört in diese Linie. Die EU gilt als das schlechteste Beispiel von allen mit Deutschland als Gipfel. Wen wunderts: Die USA haben im Vergleich dreimal so viele Bürger geimpft wie die Ämter unter Minister Spahn in Deutschland. Die angeblich so schlecht aufgestellten US-Behörden machen vor, wie es geht. Dass der enge Verbündete Großbritannien als leuchtende Ausnahme hervorgehoben wird, macht die Kritik rund und klingt wie in besten Zeit unter Trump.

Wie eine bösartige Maßnahme der Regierung Trump mutet an, was die US-Regierung mit überzähligen Impfdosen plant. Sie gehen nicht etwa in die EU; sie werden an den Nachbarn verteilt. 2,5 Millionen Dosen nach Mexiko und 1,5 Millionen Dosen nach Kanada.

Ein Land und eine Führung haben die USA ganz besonders im Auge: Deutschland und Angela Merkel. Der Start der Impfungen in Deutschland sei ein »bürokratischer Albtraum«. Die Partei der Kanzlerin tappe von Skandal zu Skandal. Und die Kanzlerin sorge noch immer nicht für einen Ersatz, wenn sie im Herbst abtreten würde.

Zusammengefasst: Der Tonfall der amerikanischen Medien erinnert an Trump.