Schwere Krawalle in und um Ceuta

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Mehr als 8.000 Migranten haben die Exklave erreicht

Über einen Zeitraum von mehreren Tagen hatte Marokko seine Sicherheitskräfte von der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta, das mit dem äußersten Nordosten des Landes verbunden ist, zurückgezogen. Die Regierung in Rabat wollte damit Druck auf Spanien ausüben und zu verstehen geben, dass man mit der spanischen Haltung zur Regierung in Westsahara nicht einverstanden ist. Westsahara war 1975 von Spanien in die Unabhängigkeit entlassen worden, seitdem hat Marokko in sechs militärischen Feldzügen zwei Drittel des Landes besetzt und strebt die komplette Okkupation an.

Bei den sich in Marokko aufhaltenden Migranten aus diversen afrikanischen Staaten sprach sich die Nachricht des Wegfalls der Grenzkontrollen in Windeseile herum. Im Handumdrehen überrannten mehr als 5.000 Migranten Ceuta, besetzten und belagerten dort Straßen, Plätze, Wege und Parks. Unterkünfte für eine so große Anzahl standen und stehen nicht zur Verfügung, ein Großteil Ceutas ähnelt derzeit einem einzigen Freiluftlager.

Der Strom der potenziellen Asylanten riss nicht ab, sodass die marokkanische Regierung ihre bisherige Entscheidung revidierte und die Grenzkontrollen wieder aufnahm. Weitere tausende Migranten hatten sich in der Zwischenzeit aus dem marokkanischen Hinterland in der Hoffnung einer unkontrollierten illegalen Einwanderung in die EU auf den Weg nach Ceuta gemacht, sahen sich aber plötzlich einer gesicherten Grenze gegenüber. Das Resultat: massive gewaltsame Ausschreitungen seitens der Migranten, sowohl auf marokkanischem Territorium vor der Grenze wie auch in Ceuta selbst.

Mehrere hundert von ihnen stürmten laut Medienberichten sowohl eine Polizeistation in Castillejos, weitere Migranten in unbekannter Zahl versuchten, einige Hügel unweit der Grenze zu Ceuta zu besetzen. Für die kommenden Tage erwarten die Sicherheitsbehörden weitere gewaltsame Auseinandersetzungen.