Korruption im UN-Flüchtlingshilfswerk

Fotomontage: Pixabay sowie Rudychaimg CC BY-SA 4.0

Schwere Vorwürfe: Umsiedlung gegen Geld

Wie die »Welt« und der »Stern« berichteten, wird das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR von schweren Korruptionsvorwürfen überschattet. Es geht um das Umsiedlungs- bzw. »Ressetlement«-Programm, bei dem schutzbedürftige Afrikaner eine neue Heimat in Europa finden sollen. Jährlich werden rund 50.000 bis 60.000 Afrikaner über dieses Programm nach Europa umgesiedelt.

Doch es wollen sehr viel mehr nach Europa, als momentan zugelassen werden. Also beginnt ein Kampf um die sogenannten Listenplätze für jene, die umsiedeln dürfen. Dies ist das Fenster zur Korruption. Hinweise auf eine solche Korruption soll es bereits aus Kenia und Uganda geben.

Wie der »Stern« herausfinden konnte, gibt es illegale Vermittler, die zwischen den Aussiedlern und den UNHCR-Mitarbeitern geschäftlich vermitteln. So sollen Listenplätze für die Aussiedlung bis zu 2500 US-Dollar kosten. Damit werden wohl auch Ärzte bestochen, die beispielsweise gefälschte Atteste ausstellen. Es gibt auch Fälle von Afrikanern, deren Identitäten an andere verkauft wurden, um sie gegen Geld ausreisen zu lassen. So kommen weniger die Schutzbedürftigen, als vielmehr diejenigen, die genug Bestechungsgeld aufbringen können, auf die Listen und in den Genuss der Ausreise und Umsiedlung.