Islamisten in Gefängnissen verstärken das Sicherheitsrisiko

Foto: G. Elser/ Wikimedia Commons/ CC BY 3.0 (Ausschnitt)

Wachsende Radikalisierung hinter Gittern

In deutschen Gefängnissen verschärft sich zunehmend die Situation. Dort sitzen immer mehr radikalisierte Islamisten ein und ihre Zahl wird nach allen Erwartungen noch weiter steigen. Dabei gilt insbesondere in Nordrhein-Westfalen die Situation als prekär, wo 3.300 der 16.500 Gefangenen Muslime sind. 32 von ihnen sind radikalisierte Islamisten, die streng getrennt voneinander untergebracht sind. 

Mit Rückkehrern aus Syrien werde ihre Anzahl und auch das Sicherheitsrisiko steigen, da viele  Islamisten als traumatisiert gelten und mit extremen Gewalterfahrungen nach Deutschland zurückkehren. Deutschland sei auf Rückkehrer nicht ausreichend vorbereitet, sagte Konfliktforscher Andreas Zick bei einem Expertenaustausch in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf. 

Nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer sei etwa ein Drittel von rund 1050 einst in Kriegsgebiete der IS-Terrormiliz ausgereisten Islamisten inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Über hundert weitere mit Bezug zu Deutschland seien noch in Lagern, sagte Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

Zudem radikalisierten sich Islamisten in Gefängnissen.  Laut Islamwissenschaftler Mustafa Doymus vom »Zentrum für Interkulturelle Kompetenz der Justiz« gebe es ein »Psychogramm der Radikalisierung« hinter Gittern, das sich durch fünf Symptome kennzeichne: Gefangene ziehen sich zurück, staatliche Autorität wird als Satanswerk« bezeichnet, gemäßigten Muslimen wird die Glaubenszugehörigkeit aberkannt;    Gefangene schlafen auf dem Boden und bestellen schließlich islamistische Schriften.

Insgesamt sind 26 Imame auf Honorarbasis in den 36 NRW-Gefängnissen tätig. Ferner gibt es darüber hinaus weitere »religiöse Betreuer«. Es sei dabei schwer, gemäßigte Imame zu finden, die Deutsch sprechen und bereit seien, sich vom Verfassungsschutz durchleuchten zu lassen, erläuterte Islamwissenschaftler Doymus.