Iraker planten in Schleswig-Holstein Terroranschlag

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»Flüchtlinge« wollten »möglichst viele Ungläubige« töten

Am Mittwochmorgen wurden im Kreis Dithmarschen drei irakische Migranten verhaftet. Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes nahmen Shahin F. (23) und Hersh F. (23) wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstoß gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz fest. Ein dritter Beschuldigter Rauf S. (36), soll ihnen dabei Beihilfe geleistet haben.

Die Wohnungen der Iraker und die von weiteren bisher nicht tatverdächtigen Personen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg wurden dabei durchsucht. Laut bisheriger Ermittlungen hatten sich die Festgenommenen Ende 2018 dazu entschlossen, in Deutschland einen islamistisch motivierten Anschlag zu verüben. Die Beschuldigten begannen spätestens Anfang Dezember mit ersten Vorbereitungen.

Shahin F. soll sich über das Internet »verschiedene Anleitungen für den Bau eines Sprengsatzes« besorgt und über eine Kontaktperson in Großbritannien eine Zündvorrichtung geordert haben. Dabei wurde aber die Lieferung seitens britischer Sicherheitsbehörden verhindert. Shahin F. und Hersh F. hatte Ende Dezember 2018 erste Sprengversuche mit Schwarzpulver aus Silvesterböllern unternommen. Ebenso entschlossen sich die Beschuldigten, bei ihrem Anschlagsvorhaben auch eine Schusswaffe zu verwenden.

Mit der Beschaffung wurde ihr Landsmann Rauf S. beauftragt. Der 36-jährige Iraker nahm daraufhin Kontakt und Verhandlungen mit einem gewissen Walid Khaled Y. Y. auf, jedoch galt dessen Waffe ihnen als »bislang zu teuer«. Shahin F. hatte spätestens seit Anfang 2019 Fahrunterricht genommen, da man bei dem Anschlagvorhaben auch ein Kraftfahrzeug einsetzen wollte.

Die Pläne sollen nach Ermittlerangaben islamistisch motiviert gewesen sein. Bereits nach ihrer Ankunft in Deutschland im Züge der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 hatten die Iraker mit der Entwicklung ihres Vorhabens begonnen. Einer der Männer habe den Behörden gegenüber geäußert, dass man möglichst viele »Ungläubige, aber keine Kinder« treffen wollte.

Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft hatten nach bisherigen Erkenntnissen die Iraker noch kein konkretes Ziel für ihren Terroranschlag ins Auge gefasst. Weitere Ermittlungen müssen jetzt noch klären, ob die Männer in eine terroristische Vereinigung eingebunden sind oder waren.