In Beirut liegen schon über 22.000 Anträge auf Familiennachzug vor

Deutsche Botschaften vermelden hohe Zahl an beantragten Visa

Die deutsche Botschaft in Beirut verfügt über die meisten Terminanfragen für einen Familiennachzug zu in Deutschland lebenden Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus. Insgesamt 22.116 Angehörige beantragten bis zum 20. Juli in der Hauptstadt des Libanons bei der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik einen Termin zur Erteilung eines Visums. Das ist Ergebnis einer schriftlichen Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Luise Amtsberg.

Seit dem 1. August 2018 können Ehepartner, minderjährige Kinder oder Eltern minderjähriger Kinder von Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz wieder Anträge auf Familiennachzug nach Deutschland stellen. Bis zum Jahresende dürfen aber nur 5.000 Personen kommen, danach gilt gemäß dem zwischen Union und SPD ausgehandelten Kompromiss im Koalitionsvertrag 1.000 Menschen pro Monat.

Der Großteil der zum Jahreswechsel in Deutschland registrierten 192.400 Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz, nämlich insgesamt 132.800, stammen aus Syrien. Von daher wurden die allermeisten Termine mit 31.326 an deutschen Auslandsvertretungen in Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes beantragt. Nach Beirut gab es die meisten Terminanfragen im irakischen Erbil (4.983) und in Istanbul (3.748).

Aber nicht nur Angehörige von Syrien-Flüchtlingen wollen so nach Deutschland. Auf die Region Ostafrika entfielen mehr als 1.500 Terminanfragen. Dabei lag die kenianische Hauptstadt Nairobi mit 1.269 Anfragen vorn, gefolgt vom äthiopischen Addis Abeba (176) und dem sudanesischen Khartum (92). Hier soll es sich um Menschen aus den ostafrikanischen Staaten Eritrea oder Somalia handeln, mit zuletzt über 13.000 subsidiär Schutzberechtigten in Deutschland.