Egal wer Merkel nachfolgt: Deutschland ist ein gebrochenes Land

Foto: European Union

New York Times sieht Deutschlands Zukunft pessimistisch:

Wir hatten schon oft darüber geschrieben: Jetzt hat man es sogar bei der »New York Times« erkannt. Deutschland ist nicht mehr das Land, das es einmal war. Die Versprechungen, die man bei der Wiedervereinigung zu hören bekam, drehten sich um die Vorstellung, dass die wirtschaftliche Erfolgsstory Westdeutschlands auch auf Ostdeutschland übertragen werden könne. Doch das war nur zeitweise und teilweise der Fall. Irgendwann ist irgendwas in Deutschland gekippt. Und die Merkel-Regierung hat dazu beigetragen. Das, was Deutschland heute prägt, ist ein Gefühl des Verlustes.

In dem Artikel der »New York Times« wird beschrieben, wie bis in die 1980er Jahre in Westdeutschland der Aufstieg und Wohlstand mit sozialer Gerechtigkeit verknüpft und relativ eben verteilt war. Die Chancen auf gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufstieg waren für die allermeisten Bundesbürger gut. Eine sichere berufliche Stellung war die Norm. Fast jeder, der einem Vollzeitberuf nachging, konnte sich ein anständiges Leben leisten.

Doch in den letzten fünfundzwanzig Jahren hat sich viel verändert. Wohlstand ist ungleicher verteilt, das Prekariat hat zugenommen, soziale Sicherheit ist ein seltenes Gut geworden. Die Zahl sicherer beruflicher Positionen hat abgenommen zugunsten unsicherer prekärer Jobs, von denen immer weniger ordentlich leben können.
Auch politisch ist das Land so gespalten wie lange nicht mehr. Der Ton wird rauer. Die Stimmung schlechter. Die Merkel-Politik hat die Deutschen entzweit.