Dänemark will neue Asylzentren bauen – in den Herkunftsländern

Foto: Homepage Mette Frederiksen

Gespräche mit Somalia und Äthiopien vor dem Abschluss

Die dänische Regierung von Mette Frederiksen hat einen restriktiven Kurs hinsichtlich der Ausländer- und Asylpolitik eingeschlagen. Statt Geld- gibt es ausschließlich Sachleistungen, gravierende von Ausländern und Asylanten begangene Straftaten haben unmittelbar nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe die Abschiebung in die Heimatländer zur Folge. Die Neuaufnahme von sogenannten »Asyltouristen« und Wirtschaftsmigranten wird gegen Null reduziert. Die sozialdemokratische Regierung in Dänemark trifft politische Entscheidungen für die Dänen, für die Bürger im Land – und erhält breite Unterstützung quer durchs Königreich.

Damit Asylsuchende und andere Personengruppen sich gar nicht erst auf den Weg nach Dänemark machen müssen, strebt die Frederiksen-Regierung eine ganz andere Lösung an: sie will heimatnah zu den Herkunftsländern der Asylanten, Wirtschaftmigranten und sonstigen »Flüchtlingen« Asylzentren errichten. Wer dann Asyl oder die Arbeitsaufnahme in Dänemark anstrebt, soll sich in diesen Zentren melden und dort auf die Entscheidung warten können.

Die Gespräche über die Errichtung solcher Zentren sind mit Äthiopien und Somalia weit voran geschritten, sie stehen kurz vor dem Abschluss, wie es in der Jyllands Posten zu lesen ist. Mit diesen beiden Ländern wurden bereits seit Oktober des vergangenen Jahres entsprechende Gespräche geführt, im Folgemonat schlossen sich dann auch Gespräche mit Tunesien an. Der dänische Integrationsminister Mattias Tesfaye begründete die Entscheidung seiner Regierung so: »Wir können mehr Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung helfen, ohne dass sie sich an Menschenhändler wenden und gefährliche Reisen entlang der Migrationsrouten unternehmen müssen.«