Bereits 2.220 Gefährder im islamistisch-terroristischem Umfeld

Verfassungsschutz warnt vor wachsender Zahl gewaltbereiter Islamisten in Deutschland

Die Zahl gewaltbereiter Islamisten, von denen laut Verfassungsschutz und Polizei eine Terrorgefahr ausgeht, ist in Deutschland abermals angestiegen. Die Sicherheitsbehörden gehen nach einer aktuellen Erhebung von 2.220 Personen aus, die einem islamistisch-terroristischen Umfeld zugeordnet werden können. Ende Mai ordneten die Behörden noch rund 1.900 Personen diesem Gefährderkreis zu. Ein Jahr zuvor waren 1.700 Menschen in diese Kategorie registriert.

»Diese Zahl verdeutlicht das aktuelle Bedrohungspotenzial«, erklärte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. »Die Sicherheitsbehörden legen ihr besonderes Augenmerk auf die Beobachtung dieses Personenkreises.« Der Anstieg der Zahl gehe auch darauf zurück, dass die Verfassungsschützer durch eine bessere Aufklärung mehr Informationen über die Szene gewonnen haben.

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz gibt es erstmals auch Details über die Angehörigen der auf insgesamt etwa 11.200 Anhänger stark eingeschätzten Salafisten-Szene in Deutschland. So ist etwas mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Salafisten zwischen 26 und 35 Jahre alt. Ein weiteres Drittel (35 Prozent) ist 36 Jahre oder älter.  27 Prozent sind bis zu 25 Jahre alt.

Nur 12 Prozent der Salafisten sind weiblich. 8 Prozent machen Konvertiten aus, die von einer anderen Religion zum Islam übergetreten sind. 90 Prozent aller Salafisten in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Gefährdern trauen die Behörden jederzeit einen Terroranschlag zu.

Zu dem genannten Personenpotenzial zählen laut Verfassungsschutz auch Menschen, die sich derzeit nicht in Deutschland aufhalten, aber einen engen Bezug zu Deutschland haben. Dazu gehören Männer und Frauen, die ausgereist sind, um sich der Terrormiliz »Islamischer Staat« in Syrien oder im Irak anzuschließen.